Donnerstag, 22. Mai 2014

Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen

Schematherapie – ein integrativer Ansatz führt Therapietechniken zusammen

Psychoanalyse und Verhaltenstherapie, die beiden großen Therapieschulen standen sich in den 80er- Jahren gegenüber und behaupteten wechselseitig, die bessere Therapieform zu sein. Der Psychotherapieforscher Klaus Grawe analysierte beide Therapieverfahren und konnte nachweisen, dass beide zur Behandlung psychischer Erkrankungen wirksam sind. Während die psychoanalytisch orientierten, psychodynamischen Verfahren eher durch ein besseres Verständnis der seelischen Prozesse wirken, tun dies die verhaltenstherapeutischen Ansätze durch eine konkrete Verhaltensveränderung. Grawe schlug vor, sinnvollerweise beide Perspektiven zu kombinieren.
Parallel zu Klaus Grawe entwickelte Jeffrey Young in den USA Ende der 80er­Jahre den Ansatz der Schematherapie. Schematherapie ist ein integrativer Ansatz, der bewährte Therapietechniken aus verschiedenen Psychotherapieansätzen zusammenführt und dadurch gute Therapieeffekte erzielt. Er kombiniert Konzepte der Tiefenpsychologie, der Verhaltenstherapie sowie humanistischer Ansätze, insbesondere der Gestalttherapie.
Die Autorin Judith Asfaha-Ebber wird in Zukunft weiter über die Entwicklung und das Modell der Schematherapie schreiben und dabei auch die wirksamen Techniken beschreiben. Elemente der Schematherapie fließen zunehmend in die therapeutische Arbeit unserer Praxis ein.

Montag, 19. Mai 2014

Freitag, 16. Mai 2014

ADHS in der Privatpraxis

Kinder mit schulischen Leistungsproblemen oder Verhaltensauffälligkeiten werden häufig als ADHS-Kinder bezeichnet. Das Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätssyndrom ist die deutsche Bezeichnung für die aus dem angelsächsischen Sprach- und Forschungsraum stammende Kategorisierung als Attention Deficit and Hyperactivity Disorder (ADHD).
Die Kernsymptomatik von ADHS hat 3 Säulen:
erhöhter Bewegungsdrang
erhöhte Ablenkbarkeit / verkürzte Aufmerksamkeitsspanne
erhöhte ImpulsivitätLibelle
Früher wurden solche eher schwer erziehbare Kinder im deutschen Sprachraum oft als Zappelphillipp oder Hans-guck-in-die-Luft bezeichnet.
Diese Kinder haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Schulabbruch, Drogenkonsum, Delinquenz und für die Entwicklung weiterer psychischer Störungen im Erwachsenenalter.
Andererseits können solche Kinder durch ihre hohe Spontaneität und durch ihren grossen Explorationsdrang besondere Fähigkeiten ausbilden, wenn sie lernen die funktionellen Einschränkungen zu kompensieren.
Erkannt  wird ADHS meistens nach dem Schuleintritt, weil die Kinder häufig den Unterricht stören.
Während der Pubertät ergibt sich in vielen Fällen eine Linderung der Symptomatik, wobei vor allem der erhöhte Bewegungsdrang nachlassen kann. Das Outcome hängt davon ab, wie gut diese Kinder lernen mit ihren Besonderheiten umzugehen.



In einigen Fällen bleiben jedoch ausgeprägte Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen, vor allem wenn im Kindesalter keine ausreichende therapeutische Unterstützung zur Bewältigung der Problematik erfolgte.
In den USA wird ADHS nach den Kriterien des DSM IV drei bis viermal so häufig wie in Europa diagnostiziert und dort wird im Gegensatz zur WHO-Klassifikation nach ICD 10, welche im deutschen Gesundheitssystem zur Anwendung kommt, der Subtyp ADS, welcher den nicht besonders hyperaktiven, sogenannten “Träumerchen”entspricht, unterschieden.
Die von den USA ausgehende Begriffsbestimmung des ADHS war immer von Interessen der pharmazeutischen Industrie beeinflusst. So besteht eine Tendenz den Personenkreis, welchem die Kategorie ADHS zugeordnet wird, beständig auszuweiten. Ausserdem wird versucht durch gezielte Information von Pädagogen und Eltern eine erhöhte Akzeptanz der Diagnosestellung zu erzielen.
Bei den meisten ADHS-Fällen wird durch die Gabe des Medikaments Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta, Equasym) ein deutlicher Symptomwandel mit besserer Steuerbarkeit des Kindes erreicht.
Die anfangs sehr deutlichen Effekte erschöpfen sich aber meist nach einiger Zeit. Um nachteilige Effekte in Grenzen zu halten erfolgt die Medikation mit Methylphenidat in der Regel nur über einen befristeten Zeitraum von maximal einigen Jahren.Gras Insekt
Anhaltende Erfolge werden bei schweren Fällen vor allem dann erzielt, wenn die pharmakologische Wirkung dazu genutzt wird im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verbessert auf die Problematik Einfluss nehmen zu können um dadurch Lernerfolge und Einstellungsveränderungen zu bewirken.
Bei leichteren Bildern von ADHS mit geringen funktionalen Einschränkungen empfiehlt es sich ein spezialisiertes psychotherapeutisches Behandlungsprogramm, mit der Zielstellung eine Notwendigkeit zur Medikation zu vemeiden, durchzuführen.
Häufig weisen ADHS-Kinder sensomotorische Entwicklungdefizite oder Fehlkompensationen bei Resten von Entwicklungsstörungen auf, welche zusätzlich funktionstherapeutisch behandelt werden sollten (Ergo, Logo, Physio, Neurophysiologische Übungen).
Wenn eine deutliche durchgängige Hyperaktivität auch schon im Vorschulalter als Besonderheit beobachtet wurde handelt es sich wahrscheinlich um ein Störungsbild mit überwiegend organischen Ursachen, welches am ehesten im Rahmen perinataler Komplikationen erworben wird.
Typischerweise sind die auditiven und optischen Speicherfunktionen unterentwickelt, wodurch der Aufmerksamkeitsfaden schneller verloren geht, was oft auch mit Defiziten in der Handlungsplanung einhergeht.
Es gibt aber auch ADHS-Kinder mit guten Speicherleistungen, bei denen häufig statt dessen eine besondere Reizoffenheit im Vordergrund steht, welche oft auch schon im Säuglingsalter vorhanden war (Schreibabys). Diesen Kindern fällt es schwer Ablenkungsquellen auszublenden und bei einer Aufgabe zu bleiben.
Durch emotionale Belastungen können ADHS-Symptome imitiert werden. So ist Nervosität auch auch oft mit erhöhtem Bewegungsdrang verbunden und Anspannung kann zu Konzentrationsstörungen und gereizt-impulsivem Verhalten führen.  In diesen Fällen erweist sich eine Medikation mit Methylphenidat oft als unwirksam oder gar schädlich. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte dann andere Schwerpunkte setzen als bei klassisch hyperaktiven Patienten.
Die Kategorie ADHS umfasst also unterschiedliche funktionelle Defizite in der Hirnentwicklung welche in Wechselwirkung mit sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen zu sich ähnelnden Störungsbildern führen.der grosse Fang
In fMRT-Untersuchungen sind kortikale, insbesondere präfrontale Minderaktivierungen und ein statt dessen stärker diffus auf den gesamten Kortex verteiltes Aktivitätsmuster als Entsprechung der Verhaltensauffälligkeiten erkennbar. Die veränderten Speicherfunktionen können hingegen besser testpsychologisch erfasst werden.
Um die Problematik positiv beeinflussen zu können ist es dringend erforderlich zuvor eine differenzierte fachärztliche Diagnostik bei einem erfahrenen Kinderpsychiater durchzuführen.
Ungünstig kann es zum Einen sein die Probleme nicht ernst genug zu nehmen und als absichtliches “Nicht-Hören-Wollen” abzutun oder aber zum Anderen auch wenn zu sehr der schulische Leistungsgedanke in den Vordergrund gestellt wird.
Um den “Stempel” ADHS zu vermeiden bietet es sich an bei leichteren Fällen vorrangig von Aufmerksamkeitsstörungen zu sprechen. Um in Deutschland das Betäubungsmittel Methylphenidat verschreiben zu dürfen ist normalerweise eine diagnostische Einordnung als “Einfache Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung” oder als “Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens” erforderlich, was der Einstufung als ADHS-Kind entspricht.




Dienstag, 29. April 2014

ADHS Privatpraxis in Berlin

Privapraxis Peter-1070265

Judith Asfaha-Ebber, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin

Studium 1997 – 2001 Studium der Sonderpädagogik 2001 Staatsexamen Sonderpädagogik Zusatzausbildung 2003 – 2007 Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Schwerpunkt: Verhaltenstherapie bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT), Berlin 2006 Fortbildung und Anerkennung zur Trainerin MKT, Marburger Konzentrationstraining beim Verein zur Förderung überaktiver Kinder e.V. (Marburg), Berlin 2007 Approbation Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Berlin 2006 – 2008 Ausbildung zur…
Privapraxis Peter-1070274

Eva Stern, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin

Studium 2000 – 2006 Studium Diplom-Psychologie an der HU Berlin Ausbildung 2006 – 2010 Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (Approbation) an der Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung (API) in Potsdam 2008 – 2009 Tätigkeit bei Boot e.V.: psychologische und pädagogische Beratung von Berliner Kindergartenerzieherinnen und Elternarbeit verschiedene Tätigkeiten/Praktika während des Studiums und der Ausbildung: Helios-Klinikum…
Peter Dierscherl, Facharzt

Peter Dirscherl, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie und Psychotherapie

Peter Dirscherl hat nach dem Medizinstudium an der Charité Berlin als Weiterbildungsassistent in neurologischen, allgemeinpsychiatrischen und kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken gearbeitet und ist seit 2009 als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie von der Berliner Ärztekammer anerkannt. Die psychotherapeutische Ausbildung wurde im verhaltenstherapeutischen Verfahren am IVT-Brandenburg und im tiefenpsychologischen Verfahren an der Stuttgarter Akademie für…

Montag, 28. April 2014

Hochbegabung und ADHS - www.privatpraxis-herzberge.de

Hochbegabung – die aus der Mitte herausstechen


Privatpraxis Herzberge

Hochbegabung – die aus der Mitte herausstechen

Gehirn - CC BY 2.0 - dierk schaefer/flickr.com: http://bit.ly/1jOpx8M
Gehirn – CC BY 2.0 – dierk schaefer/flickr.com: http://bit.ly/1jOpx8M
Die Denk-Leistungsfähigkeit des Gehirns wird als Intelligenz bezeichnet. Die meisten Menschen lernen durchschnittlich schnell und sind in etwas so schlau wie die Mehrheit, es gibt aber auch einige sind die etwas langsamer Denken und ebenso gibt es auch einige, denen es deutlich leichter fällt knifflige Aufgaben zu lösen als den Meisten. Und dann gibt es hin und wieder Menschen denen viele Sachen unglaublich leicht zu fallen scheinen, die immer zu brillieren scheinen. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Menschen mit Hochbegabung handeln könnte.
Im Grunde strebt natürlich jeder Mensch danach so Leistungsfähig wie möglich zu sein, aber Hochbegabung ist nicht immer ausschliesslich nur ein Segen, weil hochbegabte Menschen per Definition Aussenseiter sind und nur 2,2 Prozent der Bevölkerung zu dieser Gruppe gezählt werden können. Hochbegabte können Schwierigkeiten haben Freunde auf der gleichen Wellenlänge zu finden und sie können ihre Intelligenz dysfunktional, also unerwünscht, nutzen wenn sie emotionale Probleme haben. Hochbegabte Schüler sind oft keine Musterschüler sondern für viele Lehrer eher bedrohliche Gegner mit herausforderndem Verhalten.
Hochbegabte Menschen können besonders gut und schnell lernen, was auch für die Persönlichkeitsentwicklung gilt, weshalb die Möglichkeiten Problemverhaltensweisen im weiteren Lebensverlauf ausgleichen zu können relativ gross sind.
Die Intelligenzentwicklung hängt neben angeborenen Merkmalen und einem günstigen sozialen Umfeld ganz wesentlich auch von der individuellen Motivation und Bereitschaft dazu beständig Fertigkeiten durch Üben zu verbessern ab. Normalerweise entwickeln Hochbegabte ihre Talente bis hin zu einer Spitzenleistung in einem gewissen Gebiet, wenn nicht ungünstige, die Intelligenzentwicklung hemmende Umstände dem entgegen stehen.
Hochbegabte können durch Ideenreichtum, Eigenwilligkeit, Humor, Durchsetzungsfähigkeit, Wissen oder eine besonders kritische Haltung gegenüber Allem aus der Menge hervorstechen, aber oft sieht man ihnen ihre Intelligenz nicht unbedingt schnell an. Ob eine Hochbegabung vorliegt oder nicht kann mittels standardisierter Tests in Erfahrung gebracht werden. Insbesondere bei unsicheren und ängstlichen Kindern ist es dabei wichtig die Testung in einer entspannten Situation durch qualifizierte Kräfte, zu denen bereits Vertrauen besteht, durchzuführen. Andernfalls können hemmende Einflüsse zu einer Verschlechterung der gemessenen Leistung führen.
In der Privatpraxis-Herzberge in Berlin werden zuverlässige objektive Testungen der Intelligenz nach wissenschaftlichen Standards durchgeführt. Der Autor des Artikels Peter Dirscherl arbeitet dort als Facharzt und Psychotherapeut und beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Gehirn.