Donnerstag, 29. Januar 2015

Buchempfehlung: Wie wir Schule machen – Lernen wie es uns gefällt

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Alma, Jamila und Lara-Luna (Jahrgänge 1997/1999) haben ein Buch geschrieben. Darüber, womit sich junge Menschen heute so den ganzen Tag beschäftigen müssen, es geht um Schule. Die Drei besuchen die evangelische Schule im Berliner Zentrum, die für ihr Lernkonzept vielfach ausgezeichnet wurde.
Wenn Kinder in die Schule kommen, sind sie zunächst begeistert, freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt und trauen sich alles zu. Bis dahin haben sie schon so viel aus eigenem Antrieb gelernt, was kann da noch schiefgehen? Sehr viel, das wissen wir alle. Ein paar Jahre später ist von der Begeisterung meistens nicht viel übrig geblieben. Aus der Lust am Lernen ist Schulfrust geworden.
Genau so erging es auch den jungen Autorinnen dieses Buches. Mit 5 eingeschult und überfordert oder unter großem Stress an einem Schnellläufer-Gymnasium, ohne eine Überflieger zu sein. Auch in meinem Arbeitsalltag als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin erlebe ich immer wieder Schüler, die große Schulunlust entwickeln, bis hin zur Schulverweigerung. Andere Kinder leiden unter Bauch- und Kopfschmerzen (bis hin zu Migräneanfällen!), Ängsten unddeperessiver Verstimmung, weil sie sich in der Schule nicht wohl fühlen. Das ist meist sogar ganz unabhängig von den Leistungen.
Heute gehen alle drei Autorinnen des hier vorgestellten Buches gern zur Schule und halten sie für eine ” der besten Erfindungen der Welt”.
Was läuft an ihrer Schule anders und wie stellen sich die drei Teenager Lernen und die Zukunft vor?
An ihrer Schule sind die Schüler die Bestimmer, die Lehrer begleiten sie “nur” und sind dennoch wichtig. Es gibt verschiedene Lernbüros (zum Beispiel Deutsch, Mathe, Naturwissenschaften), für die man sich jeden Morgen entscheiden kann. Das Lernpensum legen die Schüler selber fest, innerhalb des Lehrplans. Und es gibt besondere Fächer wie “Verantwortung” oder “Herausforderung”, die das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit der Schüler stärken sollen. Dafür sollen die Schüler auch mal mehrere Wochen auf Reisen gehen, sich selbst versorgen und Verantwortung übernehmen. Zurück kommen sie mit einem veränderten Blick auf das Leben.
Die Schule von Alma, Jamila und Lara-Luna bietet Freiräume, stellt Lernräume parat und lässt Potenzial aufblühen. Dadurch bietet sie tagtäglich modernes, menschengerechtes Lernen, welches Freude bringt und Motivation erhält.
Auch Erwachsene, wie die Schulleiterin und ein Hirnforscher kommen zu Wort. Am Ende des Buches gibt es einen Fragebogen, der Schüler befragt, wie sich das Lernklima an ihrer Schule gestaltet.
Dieses Buch ist allen Akteuren (Lehrer, Eltern, Schüler usw.) ans Herz zu legen, denn es macht Spaß zu lesen und zeigt Möglichkeiten und Ideen der Gestaltung des Schulalltags auf, die auch an “normalen” Schulen ohne viel Geld umsetzbar sind und sich alle innerhalb des Berliner Schulgesetzes bewegen. Damit das Meckern aufhören kann und das Verändern anfangen kann.
“Wie wir Schule machen – Lernen wie es uns gefällt” von Alma de Zárate, Jamila Tressel und Lara-Luna Ehrenschneider ist erschienen im Knaus-Verlag.
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